Nein zum Nein und anderen Marotten (#4)

Dieser Beitrag ist Teil der Artikelserie “Schreibstil”. Quellen und Inhaltsverzeichnis findest du im ersten Beitrag.

Nein zu Mode und Marotten

Verwende frische, sachliche Wörter und verzichte auf abgenutzte Bilder (bitterer Ernst).
Diese Schablonen führen dazu, dass der Leser unaufmerksam wird. Achtung bei aktuellen Modewörtern, sie werden die Schablonen von morgen. Du solltest dich fragen, warum dir ein Wort besonders gefällt und nach einer weiteren Möglichkeit für dieses suchen.
Kopiere nicht den Stil aus einem anderen Magazin. Kupfern alle vom angesagtesten Blatt ab, klingt dein Artikel schnell abgedroschen.

 

Schneider rät:
“Wer Stil erwerben will, beginne damit keinen anzustreben.”

Fachjargon solltest du vermeiden. Egal ob Universitätsdeutsch oder Jugendsprache, das oberste Prinzip ist die Verständlichkeit.
Nimm so viele Anläufe bis du mit einem zufrieden bist. Diese Arbeit muss beim Schreiber und nicht beim Leser stattfinden.
Den fertigen Entwurf liest du laut vor und wirst die holprigen Stellen schnell entdecken.

Schneider zum Zusammenspiel von Wort und Schrift:
“Die Rede durch Niederschrift disziplinieren – aber für die Ohren schreiben: Das ist das Rezept.”

Synonyme

Man sollte wiederholt vorkommende Worte ersetzen, wenn Intensität, Bedeutungsumfang, Stilebene und Bewertung gleich sind. Folglich ersetzen wir bei den Hauptsachen selten!
Ein unpassender Ersatz verändert die eigentliche Aussage und ist ein schlechter Kompromiss. Wiederholungen hingegen, geben Kraft und strukturieren den Text.
Die Nebensachen kann man variieren.

Nein zum Nein

Verneinungen erschweren das Verständnis. Es gibt einfache,doppelte und dreifache Verneinungen. Des Weiteren ist die Bedeutung der Vorsilbe “un-” nicht immer eindeutig (Untiefe). Andere Vorsilben wie “ein-”, “mein-”, “preis-”, können auch eine Verneinung zur Folge haben. Ich muss die verneinten Sätze oft zweimal lesen. Hin und wieder dreimal. Hin und wieder verstehe ich sie dennoch nicht. Meist nervt mich das und ich bin weg.

Rezepte fürs Verneinen:
* Verneinungen ohne Not vermeiden
* Verneinungen mit einem Wort (vergessen statt nicht erinnern)
* Keine doppelten/dreifachen Verneinungen

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