Satzbau (#5)
Dieser Beitrag ist Teil der Artikelserie “Schreibstil”. Quellen und Inhaltsverzeichnis findest du im ersten Beitrag.
Der Nebensatz ist für Betrachtungen, der Hauptsatz für Handlungen. Drücke also keine Hauptsachen in Nebensätzen aus. Das tragende Hauptwort und das zugehörige Verb sollten möglichst weit vorne platziert werden. Das Verb rutscht oft ans Ende eines Satzes – dies ist schlecht für das Verständnis.
Wir müssen also das Verb von hinten nach vorne bekommen.
Folgende Lösungen könnten passen:
* einen Nebensatz anhängen
* längere Umstandsangaben (ich habe in vielen Ländern gelebt, unter anderem in …)
* Partizipialsätze ( Die Schriftstellerin, in Posen geboren,…)
* Verb hinters erste Aufzählungsglied ( Magda besuchte nicht nur Roman, sondern auch…)
Die 3 Sekunden-Regel
Unser Kopf kann immer nur einen Gedanken durchführen.
Schneider nimmt ein Bild, welches auf unterschiedliche Weise interpretiert werden kann. Kennt man einmal beide Bedeutungen, wird das Gehirn nach etwa 3 Sekunden umschalten.
Wenn du folgendes Bild ansiehst solltest du ein Dreieck sehen. Wenn du einmal beide erkannt hast, sollte deine Wahrnehmung nach 3 Sekunden wechseln. Man kann also nicht länger als 3 Sekunden einen bestimmten Gedanken fassen.
Wikipedia-Kanizsa-Dreieck
Folglich ist es schlecht in einem Satz mehrere Sprünge zu haben oder lange Sätze zu schreiben.
Die Satzlänge sollte etwa 5 bis 15 Wörter betragen. Wörter sind verschieden lang, daher diese Spannweite.
Das Subjekt-Prädikat-Objekt Schema führt zur Monotonie und somit wird der Text langweilig. Reiht man die Hauptsätze nicht mit Punkte aneinander, wird dies anders: Strichpunkt, Komma, Semikolon, Doppelpunkt, Gedankenstrich – alles ist erlaubt. Beim Punkt senkt man seine Stimme, und beim Komma bleibt sie oben.