Rezension zum “Rhetorik-Training” von Vera Birkenbihl

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Vera Birkenbihls Übungsprogramm “Rhetorik-Training, besser reden” besteht aus einem 120-seitigen Begleitbuch und 3 Audio CDs. Ab August 2007 kann man das Set in der erweiterten 14. Auflage bei Amazon kaufen.

Der Audioteil sind zum Großteil Seminarmitschnitte mit Trainer Hartmut Neugebauer, Vera Birkenbihl ergänzt diese durch Kommentare. Das Buch ist interessant aufgemacht. Fließtext wird mit Randsymbolen versehen und Zeichnungen lockern den Text auf – so kann man später immer wieder auf verschiedene Art durchs Buch segeln. Es gibt viele Übungen im Buch. Die technischen Anforderungen erfüllen aktuelle Mobiltelefone und so sollte es keine formellen Hürden geben. Im Buch steht vor allem das theoretische Fundament zu dem praxisbetonten Seminar. Es ist also ein fortlaufender Schwenk zwischen Buch und CD.

Inhaltlich startet das Buch mit etwas Theorie zur Kommunikation. Es folgen Übungen zum Sprechen und zum Denken. Ab der Hälfte kommen Alltagskniffe und Praxislösungen fürs Redenschwingen. Enttäuscht werden alle, die ihre rhetorischen Probleme gelöst haben wollen. Der Großteil hat laut Frau Birkenbihl nämlich keine, genauer, es sind andere Probleme die gelungenen Reden im Wege stehen.
Ein geeignetes Thema finden, rechtzeitig vorbereiten, viel üben und seinem Publikum aufgeschlossen und einfühlsam gegenüber treten – das ist die Quintessenz.

Theorie und Modelle

Im Dialog gibt es immer eine sachliche und eine emotionale Ebene. Sind die beiden Nachrichten nicht deckungsgleich, überwiegt immer die emotionale. Der Redner ist seiner Botschaft verpflichtet, das heißt er muss verstanden werden und eine dementsprechende Sprache nutzen. Einfach, aber nicht langweilig!
Das geschickte Setzen von Pausen und Satzzeichen schafft die Grundlage für ein gelungenes Gespräch. Beim Punkt senkt man die Stimme und bei beinahe allen anderen Satzzeichen bleibt sie oben. Pausen erzeugen je nach Lage, Spannung oder Nachdruck; durch aktives Schweigen, ja sowas gibts, gibt man dem Gegenüber die Chance ins Gespräch einzusteigen. Des Weiteren sollen viele verschiedene Kanäle genutzt werden, denn die Botschaft muss sowohl vom Buchhalter als auch vom Designer verstanden werden.

Als kreative Ideenliefertechnik werden Kawa und das Sprechdenken vorgeschlagen. Sprechdenken bedeutet , man nimmt zwei nicht verwandte Begriffe und erzählt zwei Minuten. Am Ende der Geschichte müssen beide Begriffe in der Rede vorhanden und verbunden sein. Diese Übung ist modifizierbar. Ein erfahrener Sprechdenker kann später Reden und dabei denken. Auf Kawa gehe ich hier nicht ein.

Die eigene Wahrnehmung wird durch beobachten, erkennen, notieren und wiederholtes weiterbeobachten, trainiert und erweitert. Beispielsweise sehe ich eine Fernsehewerbung und beobachte: “in diesem Werbeblock kamen kaum unnötige Worte vor.” Ich notiere mir das und wundere mich ob es eine Ausnahme sei. Ich beobachte dies weiter und führe eine Strichliste und erkenne, dass im Alltag viel mehr unnötige Worte fallen. Ich beobachte weiter und nach einigen Strichlisten, wird mir unbewusst auffallen, ob jemand viel oder wenig unnötige Wörter verwendet.

Die richtig gelungenen Formulierungen einer Rede schafft man vor allem durch Übung. Nach dem die Rede geplant und entworfen ist, spricht man diese auf Band, hört sie durch, und filtert die ungeeigneten Stellen raus – die Leckerchen behält man und nach und nach entsteht die Rede.

Praxistipps

Jetzt haben wir also eine Idee und eine Strategie für einen gelungenen Vortrag. Was gibts noch zu beachten und welche Vorgehensweise empfiehlt Frau Birkenbihl?
Zuerst wird die Zielgruppe analysiert – was interessiert die Zuhörer eigentlich und über welches Thema kann ich überhaupt fundiert vortragen. Falls meine Wissenplattform ausreicht, kann ich auf aufkommende Fragen angemessen eingehen. Ein gutes Zeichen ist, wenn ich den Vortrag nicht zusammenbaue, sondern überlege: “Was muss ich alles rausschmeißen, um in der Zeit zu bleiben?”
Man darf den Zuhörer nicht überfluten, denn sonst wird es nichts mit der Botschaft.
Die Botschaft oder Idee steht eh schon auf wackeligen Beinen: Der Redner kriegt seine Idee (100%) nur zu 80% an den Zuhörer weiter. Der Hörende verarbeitete diese und erzählt sie weiter – wieder sind 20% weg. So manchem Fehler liegen somit ganz natürliche Kommunikationsprobleme zu Grunde.

Als Schemata zur Redenstrukturierung nennt Frau Birkenbihl AIDA(AttentionInterestDesireAction) für die Überzeugungsrede und AITA (AttentionInterestTheorieAha) für die Inforede. Wenn es mal schnell gehen muss, weist Sie auf die Struktur “Was war, was ist, was soll werden” bei der Inforede und zusätzlich “wie wollen wir das erreichen” bei der Motivationsrede hin.
Bei einer Laudatio sollte man auf die von Adler aufgestellten Talente des Lebenskünstlers eingehen, also wie geschickt hat sich die Person in der Arbeitswelt, in der Liebe und in der Gemeinschaft zurecht gefunden. Die gelungenen Bereiche werden ausführlicher geschildert die anderen kurz oder gar nicht. Beachtet man das alles und übt wie angesprochen, werden sich Lampenfieber und die “Rhetorikprobleme” verringern.

Bei unangenehmen Zwischenfragen ist eine gewisse Schlagfertigkeit hilfreich. Auf Killerphrasen kann man paraphrasieren, rückfragen, oder scheinzustimmen. Je nach Art des Einwurfs entscheidet man, welche Strategie angemessen ist. Vera Birkenbihl nennt den Begriff der Zweinigung, das heißt: Nicht über Meinungsverschiedenheiten streiten, wenn beide Sichtweisen berechtigt sind! Jeder darf die grüne oder blaue Bank schöner finden – da zweinigt man sich dann.

Eigene Meinung

Das Übungsprogramm finde ich sehr gelungen, zum Einen ist es eben der Mix aus Buch und Audiodateien. Der Schwenk macht die Inhalte einprägsam. Bis dato kannte ich nur das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun mit den Vier Seiten einer Nachricht. Ob man dieses Modell auf emotionale und Sachebene verdichten kann, weiß ich nicht, klingt aber logisch.
Die Zweinigung ist mir aus dem Konfliktmanagement bekannt, auch dieser Hinweis ist, finde ich, Gold wert. Mit Kawa konnte ich nichts anfangen. Ich war froh im Literaturverzeichnis ein Werk von Wolf Schneider zu finden, da ich mich im Bereich “Deutsch und Schreiben” mehr oder weniger auf eines seiner Bücher versteift habe. In der 14. Auflage des “Rhetorik-Training” kamen einige Kapitel ins Buch und beim Lesen fand ich diese Kapitel sinnvoll, aber irgendwie eingeworfen.
Die Übungen fand ich super – auch wenn ich einige nicht in aller Ausführlichkeit gemacht habe – um den ersten Durchlauf zeitnah abzuschließen. Meine erste mehrmals durchgesprochene Inforede handelt über das Selbstorganisationssystem Getting things done. Hier ist der Bericht samt nachgesprochener Audiodatei. Hilfreich fand ich auch den Hinweis Reden modular aufzubauen. Zum einen lassen sich die Bausteine in andere Reden setzen, zum anderen kann ich so Stück für Stück Audiodateien neu aufsprechen, ohne dass mir das Komplettpaket gelingen muss.
Schön dass ich meine Ziele das Rhetoriktraining “Grundstufe”, das Lesen eines der Birkenbihlbücher, das Halten eines Vortrages über GTD und das Schreiben einer Rezension so koppeln und erfüllen konnte. Es war erst das zweite geschenkte Buch, was ich darauf unverzüglich gelesen und gemacht habe.

Weiterführende Links:

GTD – Erfahrungsbericht #9 “Vor- und Nachteile von GTD”

Eine Übersicht aller Beiträge findest du im ersten Teil des Berichts.

Meine Serie “Erfahrungsberichte” zu GTD neigt sich dem Ende.
Es gibt nur noch 2 Einträge.

Diesen hier, und den letzten, wenn ich das Buch zum zweiten Mal durch habe.
Wendet man GTD stetig an, wird man beim Lesen einen anderen Blick auf das Buch haben. Man entdeckt andere Stellen und verinnerlicht so das Wichtigste, die GTD-Denkweise. David Allen nennt dies den schwarzen Gürtel. Einige Kniffe soll man dort noch entdecken.

Welche, werdet ihr im letzten Erfahrungsbericht #10 um die Jahreswende lesen.
Hier ist dieser Beitrag “GTD – auf dem Weg zum wasserklaren Geist

Jetzt möchte ich mit euch die “Vor- und Nachteile” von GTD zusammentragen:

Welche Vor- und Nachteile hat deiner Meinung nach GTD?
Wie fandest du diesen Bericht?

GTD – Erfahrungsbericht #8 “Wochenrückblick”

Eine Übersicht aller Beiträge findest du im ersten Teil des Berichts.

Das Durchlaufen des Arbeitsflussdiagramms ist eines der Kernelemente von GTD.
Diesen Prozess wiederholt man beim “Wochenrückblick” immer wieder.

Die Software gtd-php schlägt eine Reihenfolge vor, welchem Ablagehaufen man sich wann widmet.
In der Live-Demo kann sich jeder einen Eindruck vom Vorschlag machen.

Das Arbeiten mit vielen Tabs im Browser hat sich für mich bewährt. Als Browser nutze ich Mozilla Firefox.
Heute benötigte ich etwa 2 Stunden und es gibt noch immenses Optimierungspotential.
Vermutlich werde ich meinen Weg erst in ein paar Monaten gefunden haben – da gibt es viele verschiedene Ansätze und ich werde noch etwas probieren.

Den letzten Punkt “Goals”, also Ziele habe ich keine gesetzt, da ich meine Ziele auf der Liste “Interessensphären” bzw. in Projekten definiert habe. Es war ein sehr gutes Gefühl, die vielen Haken bei den abgeschlossenen Vorgängen und Projekten setzen zu können – so wird ersichtlich, welche Projekte man alles vorangetrieben hat.

GTD – Erfahrungsbericht #7 “Listen”

Eine Übersicht aller Beiträge findest du im ersten Teil des Berichts.

Listen, Listen, Listen….

Bei GTD haben wir drei Arten von Listen: Kontextlisten, Checklisten und Listen.

Es gibt also Kontextlisten, wo drauf steht, was ich wann mit wieviel Zeit in welchem Kontext erledige.

Es gibt Checklisten für immer wiederkehrende Tätigkeiten. Eine habe ich in der Arbeit – es sind nur drei Posten drauf und jedesmal habe ich es bis jetzt auch ohne Blick auf die Liste geschafft. Mit der Liste habe ich es aber aus dem Kopf und das ist eine Erleichterung.

Von den Listen habe ich ein paar – Verleih- und Entleihliste ( diejenigen, die noch Dinge von mir bekommen, werden jetzt aufatmen) Interessensphärenliste, Übersichtsliste über die Standorte der Eingangsboxen und eine Eingangsliste. Das war es schon. Bis jetzt nutze ich also noch nicht viele Listen in meinem System.

GTD – Erfahrungsbericht #6 “Zukünftiges”

Eine Übersicht aller Beiträge findest du im ersten Teil des Berichts.

Beim Durcharbeiten der zusammengetragenen losen Enden werden wir mit zahlreichen Dingen konfrontiert, die wir auf später verlegen müssen.

Dinge können Ziele, Projekte oder Aktionen sein.

Ich habe mich entschlossen, wenn möglich Projekte nach hinten zu verschieben. Das hatte aber nichts mit “Aufschieberitis” zu tun, denn es gab ja noch 50 Projekte, die gleich erledigt werden wollten.
Jedes “Vielleicht/Irgendwann”-Projekt hatte einen groben Zielzeitpunkt als Beschreibung erhalten.

David Allen erledigt das mit Höhenmetern.

50000 Fuß entspricht einer Dauer von 5 Jahren, 10000 Fuß von einem Jahr. Die Zahlenwerte sind egal, wichtig ist nur, dass man die übergeordneten Ziele kennzeichnet und später wieder erkennt.

Man kann dann bei jedem Wochenrückblick (dazu später mehr) vergleichen, inwieweit die derzeitigen Handlungen/Projekte mit dem übergeordneten Ziel übereinstimmen. Hier erhoffe ich mir, dass ich schnell erkenne, wenn ich mal in die falsche Richtung sprinte.

Im Bereich “Vielleicht/ Irgendwann” tummeln sich bei mir also zukünftige Projekte (Flughöhe 1000-10000 Fuß), als auch übergeordnete Ziele (mehr als hm… 100.000 Fuß, oder wie soll man ein Lebensziele beschreiben).

UPDATE: Den Projekten der Kategorie “Vielleicht/Irgendwann” Höhenangaben zu geben hat sich bewährt.

GTD-Erfahrungsbericht #5 “Alltag”

Eine Übersicht aller Beiträge findest du im ersten Teil des Berichts.

Ich stehe auf, drucke mir die Gesamtkontextliste aus (mit gtd-php erstellt) oder schreibe mir solche Listen mit der Hand. Diese Listen lege ich mir in den Kalender. Der Kalender hat also einmal alle Termine, leere Notizzettel für “Eingangs-”/”Next action-” Notizen und einen Bereich für die Kontextlisten und einen Kugelschreiber.

Der Kalender passte so noch locker in eine Hosentasche.

Jetzt wird es lustig.
Ich nehme die Liste “unterwegs” und werf einen Blick drauf. Ich stelle fest, dass ich noch schnell beim Postkasten vorbeifahren kann.

Richtig KANN!

Das Gefühl, dass man etwas vergessen könnte, ist weg – einmal im System und es ist sicher, es fällt nicht unter dem Tisch.

Früher war es eher ein “schnell noch zum Postkasten sonst vergisst du es”.

Ich werfe es in den Postkasten, hake auf der Kontextliste das Projekt ab und schon kann es weitergehen.
Falls ich Zeit habe, formuliere ich gleich die “Next action” auf einem meiner Notizzettel (liegen auch im Kalender) und lege diesen in den Kalenderrücken, in meine mobile “Eingangsbox”.

Im Institut angekommen soll ich etwas holen. Ich gehe also und unterwegs schaue ich auf meine “Telefon”-Liste.

Darauf steht, dass ich meine “Eltern Ankunftszeit sagen” und zack ist das getan und aus dem Kopf.

Mit gtd-php hat man neben dem Orts- auch einen Zeitkontext.

Bei jeder”Aktion” wird angegeben, ob sie kurz, mittel oder lange dauert.

Ich weiß also, wo auf meiner Liste die Aktionen stehen, die mit dem Telefon schnell erledigt sind.

Abends mache ich ein paar Häkchen oder werf Notizzettel in meinen “Erledigt” Korb.

Ich rate, sich einen solchen Korb anzulegen.
Das gibt Auftrieb und lässt einem Dinge noch leichter von der Hand gehen.

GTD Erfahrungsbericht #4 “Kontextlisten”

Eine Übersicht aller Beiträge findest du im ersten Teil des Berichts.

Jetzt sind also alle Notizzettel durch das System auf dem jeweiligen Zwischenlagerplatz.

Nun muss man für die Projekte die jeweils nächsten Schritte festlegen.
Nur physische Schritte kann man durchführen; Projekte bestehen aus Handlungen. Es fiel mir schwer immer die wirklich nächste Aktion zu erkennen – jetzt wird es immer besser.

Mein Programm ( gtd-php) kennzeichnet Projekte ohne “nächsten Schritt” mit einem Ausrufezeichen. Man erkennt also schnell, wo man noch nachlegen muss.

Gibt man eine Handlung neu in die Maske ein, wählt einen Kontext, eine geschätzte Dauer, einen Namen und vermerkt, ob es der nächste Schritt des Projektes ist. Das Benennen der Kontexte fiel mir schwer. Was nehm ich am besten? Ich entschied mich, allerdings bessere ich regemäßig nach.
Bis jetzt habe nehm ich die Orte, an denen ich mich aufhalte als Überschrift für die jeweilige Kontextliste.

Diese Listen drucke ich aus und lege sie in den Kalenderrücken.

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