Familienbild – Anspruch und Wirklichkeit
Quelle: SWR2Wissen: Was vom Caveman übrig blieb – Die Überforderung des Familien-Ideals
Die Situation
Unser Familienideal (alles besteht aus Liebe, Glück, Erfolg im Beruf und keinen Konflikten) ist ein Trugschluss und hat es so, wohl noch nie gegeben.
Derzeit leben wir mit einer hektischen Außenwelt und bevorzugen die Familie als Hafen.
„Null Zoff, voll busy“ – als Motto unserer Gesellschaft.
Früher war das anders: Kinder wurden nicht derart geplant in die Welt gesetzt, bekamen weniger Aufmerksamkeit und mussten weniger Anforderungen erfüllen. Es gab weniger Intimisierung; das „Sie“ als Anrede für Eltern galt vor 100 Jahren als üblich.
Krisen und Kriege verhinderten meist den Drei- oder Vier-Generationen-Haushalt. Es war also keinesfalls die Norm, wie heute in meiner Generation oft angenommen.
Die Herausforderungen
Jetzt, da Kinder rar sind, hebt man hohe Erwartungen und will seinen Kindern im Gegenzug auch viel bieten. Folglich steigen die Ansprüche an sich, den Partner und den Job.
Der Job fordert Flexibilität und es wird erwartet dass er an erster Stelle steht. Jeder versteht, dass man in einem 3-Schicht betrieb um 06.00 Uhr seinen Vorgänger ablösen muss.
Wie steht es aber um die Fürsorge – ist sie nicht genauso wichtig wie unser wirtschaftlicher Erfolg?
Das Büro ist neben dem Arbeitsort auch ein Platz, den man sich schön einrichten kann. Schön im Sinne von organisieren und planen. Die Arbeitsabläufe sind berechenbarer als eine sich dynamisch verändernder Familienalltag. Das Büro wird somit oftmals auch als Zufluchtsort genutzt.
Man stellt grundsätzlich in Frage, ob die Kleinfamilie überhaupt sein müsse.
Unsere Flexibilität gibt dem Menschen viele Spielräume, solange die Gesamtbilanz für jeden Einzelnen stimmt.
Eckart Voland sagt dazu:
Wir müssen verstehen, dass alle Beteiligten in den Familienprozessen Manager in eigener Sache sind. Sie können eine Rolle annehmen, müssen es aber nicht. Und wenn die Perspektive einer Rolle nicht positiv ist, ist man geneigt, diese Rolle auch von sich zu weisen. Wenn beispielsweise von den Männern verlangt werden sollte, dass sie mehr leisten sollen innerfamiliär, als sie von sich aus zu leisten bereit sind und was auch in ihren Bilanzen zweckmäßig wäre, weil es halt Opportunitäten außerhalb der Familie gibt, die man nutzen kann, etwa im Erwerbsleben oder in anderen Bereichen, dann kann es natürlich sein, dass die Männer sagen, ich mache bei diesem Spiel nicht mehr mit. Ich bin Stratege, ich verfolge meine ureigensten Interessen. Wenn ich das tun kann innerhalb der Familie, ist das fein und okay, ich werde das auch gerne tun, aber bitte, es muss die Gesamtbilanz stimmen. Und wenn ich den Eindruck habe, dass das nicht stimmt, kann ich mich auch dem System entziehen und eine ganz andere Strategie fahren, indem ich mich dann nicht mehr emotional binde, sondern aus der Familie ausbreche.
Die Gruppe der ledigen, kinderlosen Männer wächst. Die Politik versucht mit leichtem Zwang einzugreifen und die Männer fürsorglicher werden zu lassen. Ob das geht, oder sein soll ist ebenfalls nicht geklärt. Vielleicht sind es die Männer auch schon?
In einem Projekt helfen Manager einen Nachmittag pro Woche benachteiligten Kindern. Es werden Erfahrungen gemacht, die dann die Entscheidungen im Firmenalltag beeinflussen.
Kommentar/Schlüsse:
Ich werde noch besser überdenken, auf welchen Hochzeiten ich tanzen will und vor allem, welche Ansprüche ich an meine Beziehung und ggf. spätere Familie stelle.
Man wird bestimmt schnell unzufrieden, hilflos und verbittert, wenn es einem nicht gelingt, inne zu halten und sich klar zu machen, was man leisten kann, haben will, und was die Realität ist.
Ist man von lauter Nerds umgeben, die keine Kontakte nach außen pflegen, muss man sich nicht wundern, dass man mit deren IT-Wissen nicht mithalten kann. Dieses Wissen ist dann die Grundlage für anspruchsvolle technische Problemlösungen. Ist man somit nur in einer Zweierbeziehung unterwegs, strapaziert man diese zu sehr und steht bald alleine da. Dieses Beispiel ist vor allem für mich, dass es mich immer wieder daran erinnert, welchen Konsequenz es hat, einen Termin (sei es eine Party oder das Werkeln an einem IT-Problem) haben kann.