Das Internet gilt als die größte Bibliothek, das größte Kaufhaus, das größte Informationsportal, das größte…
Es stellt sich nicht die Frage, ob es eine Information im Netz gibt, sondern wo diese zu finden ist. Die Fähigkeit zur effizienten Recherche im weltweiten Netz scheint somit von großem Nutzen zu sein. Ich habe mein eigenes Verhalten bei der Recherche mal unter die Lupe genommen.
A) Ein Algorithmus steht im Vordergrund
Google ist bei vielen als Startseite festgelegt, wenn sich der Browser mit dem WWW verbindet.
Es können ein oder mehrere Begriffe in das Google-Suchformular eingegeben werden. Der Suchbegriff kann durch zusätzliche Einstellungen und Befehle ergänzt werden. Die darauf hin angezeigte Trefferliste entspricht so dem gewünschten Ergebnis meist mehr als ohne Ergänzungen.
Man kann bspw. zielgerichtet nach Links auf eine bestimmte Webseite suchen, oder von Anfang an nur “Seiten auf deutsch” absuchen.
Mittlerweile bietet der Suchmaschinenriese eine “Blogsearch“ an. Es werden ausschließlich Weblogs durchsucht. Der Blick in Blogs macht vor allem Sinn, wenn man nach Erfahrungsberichten oder Vor-Ort-Nachrichten sucht. Der Dienst Technorati bietet ebenfalls eine Suchmaske, die sich auf Blogs spezialisiert hat.
B) Der Mensch steht im Vordergrund
Wikipedia ist für mich immer die erste Adresse, um einen ersten Eindruck über das zu recherchierende Thema zu erhalten.
Besonders beliebt sind bei mir die weiterführenden Links am Ende der Artikel und die internen Links auf verwandte Artikel. Auf diese Weise kann man ein Thema schnell abgrasen.
Das Open Directory Project ist ein von Menschen editiertes Webseiten-Verzeichnis. Es bietet eine Suchfunktion aber auch die Möglichkeit sich manuell durch die Ordner zu hangeln.
C) Kombination von Mensch und Algorithmus
Bookiedienste verwalten die Lesezeichen, die ein User beim Dienst als Lesezeichen bzw. Favorit meldet. Unter einem Lesezeichen versteht man eine Webseite, die man markiert und so seiner Lesezeichenliste zufügt. Alle modernen Browser verfügen über eine Lesezeichenverwaltung.
Ein Bookiedienst ist vereinfacht ausgedrückt, eine gemeinschaftliche Verwaltung seiner Favoriten.
Es gibt die Möglichkeit der Verschlagwortung (Tagging) von Lesezeichen. Die Schlagworte kann man bündeln, Gruppen mit mehreren Usern zuordnen und sich über neue Lesezeichen in einer Gruppe benachrichtigen lassen.
Viele User bedeuten demnach viele Lesezeichen und einige Seiten werden gleich von mehreren Benutzern als Favorit deklariert. Falls man jetzt nach einem bestimmten Thema sucht, werden Links auf die vielversprechendsten Seiten zu dem Schlagwort angezeigt.
Bookiedienste ermöglichen also, über ein Thema zu recherchieren und auf dem Laufenden zu bleiben. Die Lesezeichen sind immer einem Benutzer zugeordnet und so kann man schnell User mit ähnlichen Interessen finden.
Die beiden bekanntesten Bookie-Dienste sind Delicious (englischsprachig) und Mister-Wong (deutschsprachig).
Eine recht junge Suchmaschine mit einem innovativem Konzept ist Quintura. Es handelt sich um ein visuelles Werkzeug. Um den Suchbegriff wird eine strukturierte Mindmap erstellt , welche je nach betrachteten Begriff dynamisch erweitert wird, und eine Trefferliste mit Webadressen generiert.
IT-Journalist Stephan Lamprecht schreibt über Quintura:
“Neben der üblichen Trefferliste werden am oberen Bildschirmrand Cluster von Begriffen gebildet, die zur aktuellen Suchanfrage passen.
Die Bedienung ist sehr intuitiv gestaltet. Fahren Sie mit der Maus über einen der Begriffe dort, werden dazu passende Einträge angezeigt. Somit gleicht die Suche mehr der Nutzung einer gut strukturierten Mindmap. Die Darstellung auf der Trefferliste wechselt in Abhängigkeit der markierten Stichworte.”
Dieses Tool ist mE eines der innovativsten Suchwerkzeuge. Es steckt noch in den Kinderschuhen und für den deutschen Sprachraum erweist es sich bis jetzt für mich als unbrauchbar. Es gibt keine Suche nach “Seiten aus Deutschland” und bei den Schlagworten in der Mindmap werden Artikel und Füllwörter angezeigt.
Wenn sich dies ändert, kann das unter Umständen die beste Möglichkeit zur Recherche werden…….. sogar besser als Google.
Welche Anlaufstellen hast du, wenn du dich in ein Thema einarbeiten willst?
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